Ratgeber
Kanalsanierung: grabenlos oder aufgraben? Der Vergleich
Wann die grabenlose Sanierung sinnvoll ist – und wann nur der Aushub bleibt.
Ob eine Kanalsanierung grabenlos oder mit Aushub erfolgt, hängt vor allem vom Schadensbild ab: Bei Rissen, Undichtigkeiten oder leichten Deformationen ist die grabenlose Sanierung mit Inliner oder Kurzliner meist die schonendere und schnellere Wahl, weil kein Aufgraben nötig ist. Bei starken Deformationen, eingebrochenen Rohren, verschobenen Muffen oder komplett zerstörten Abschnitten führt jedoch kein Weg am Aushub vorbei. Die richtige Methode lässt sich erst nach einer Kamerainspektion seriös festlegen, die den genauen Zustand der Leitung zeigt.
Grabenlose Sanierung: Inliner und Kurzliner
Bei der grabenlosen Sanierung wird die bestehende Leitung von innen instand gesetzt, ohne sie freizulegen. Ein Inliner (Schlauchliner) saniert längere Abschnitte, ein Kurzliner lokale Schadstellen wie einzelne Risse oder undichte Muffen.
Das Verfahren ist besonders geeignet, wenn die Leitung grundsätzlich in Lage und Form intakt ist und vor allem abgedichtet oder stabilisiert werden muss.
- Kein Aufgraben: Gärten, Beläge und Verkehrsflächen bleiben weitgehend unberührt.
- Schnellere Ausführung und meist geringere Beeinträchtigung der Nutzung.
- Geeignet bei Rissen, Undichtigkeiten, Wurzeleinwuchs und leichten Schäden.
- Grenzen: Bei starker Deformation, Einbruch oder stark verschobenen Rohren nicht anwendbar.
Sanierung mit Aushub
Beim offenen Verfahren wird die Leitung freigelegt und der beschädigte Abschnitt ersetzt. Das ist aufwendiger, aber unumgänglich, wenn die Struktur des Rohrs zerstört ist oder die Leitung neu verlegt werden muss.
Der Aushub bietet dafür maximale Sicherheit bei schweren Schäden und erlaubt es, Lage und Gefälle grundlegend zu korrigieren.
- Notwendig bei eingebrochenen Rohren, starken Deformationen und zerstörten Abschnitten.
- Ermöglicht das Korrigieren von Gefälle und Leitungsführung.
- Grösserer Aufwand: Grabarbeiten, Wiederherstellung von Belägen und längere Bauzeit.
- Höhere Beeinträchtigung von Umgebung und Nutzung während der Arbeiten.
Welche Methode wann passt
Die Entscheidung richtet sich nach Art und Ausmass des Schadens sowie nach Lage und Zugänglichkeit der Leitung. Als grobe Orientierung gilt: Solange die Leitung tragfähig und in Lage ist, spricht viel für die grabenlose Sanierung; ist die Struktur zerstört, führt der Aushub zum Ziel.
- Risse und Undichtigkeiten ohne Formverlust: grabenlos meist ideal.
- Punktueller Schaden an einer Muffe: Kurzliner statt Komplettsanierung.
- Eingebrochenes oder stark verformtes Rohr: Aushub.
- Falsches Gefälle oder Fehllage: Aushub, um die Leitung neu zu setzen.
Kamerainspektion als Grundlage
Ohne genaue Kenntnis des Schadens ist keine seriöse Methodenwahl möglich. Eine Kanalfernsehinspektion zeigt Risse, Deformationen, Wurzeln und Lageabweichungen exakt und dokumentiert sie.
Auf dieser Basis lässt sich die passende Sanierung – grabenlos oder mit Aushub – festlegen und der Aufwand realistisch einschätzen. Eine unverbindliche Ersteinschätzung erhalten Sie über die 24h-Gratis-Hotline.
Häufige Fragen
Ist die grabenlose Sanierung immer günstiger als der Aushub?
Häufig ja, weil Grabarbeiten und die Wiederherstellung von Belägen entfallen. Der tatsächliche Aufwand hängt aber von Länge, Schadensbild und Zugänglichkeit ab und lässt sich erst nach einer Inspektion beurteilen.
Wie lange hält eine grabenlose Sanierung mit Inliner?
Fachgerecht ausgeführte Liner-Sanierungen sind auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt und stellen die Dichtheit dauerhaft wieder her. Voraussetzung ist, dass das Verfahren zum Schadensbild passt.
Kann jede Leitung grabenlos saniert werden?
Nein. Bei eingebrochenen Rohren, starken Deformationen oder falscher Lage ist der Aushub nötig. Die Kamerainspektion zeigt, ob die grabenlose Methode überhaupt in Frage kommt.
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